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„Kurz nachher kam ich in die Volksschule.
Meine Erinnerung sagt mir, dass ich auf dem Wege in die Volksschule über
einen Friedhof gehen mußte. Da hatte ich nun jedes Mal Furcht und sah es
mit großem Mißbehagen, wie die anderen Kinder harmlos den Friedhofweg
gingen, während ich ängstlich und mit Grauen Schritt vor Schritt setzte.
Abgesehen von der Unerträglichkeit der Angst quälte mich der Gedanke, an
Mut den anderen nachzustehen. Eines Tages faßte ich den Entschluß,
dieser Todesangst ein Ende zu machen. Als Mittel wählte ich wieder die
Abhärtung. (…) Ich blieb eine Strecke hinter den anderen Kindern zurück,
legte meine Schultasche an der Friedhofsmauer auf die Erde und lief wohl
ein dutzendmal über den Friedhof hin und zurück, bis ich dachte, der
Furcht Herr geworden zu sein. Später glaube ich den Weg ohne Angst
gegangen zu sein“. Als der erwachsene
Alfed Adler die Wohngegend seiner Kindheit erneut aufsuchte, stellte er
fest, dass es auf seinem Schulweg gar keinen Friedhof gegeben haben
kann. Die komplette Erinnerung ist ein Werk seiner freien schöpferischen
Kraft und es stellt sich die Frage, welche Bedeutung die Todesnähe in
Adlers Lebensstil spielt.
Quelle: Adler zitiert nach
Josef Rattner: Alfred Adler, Reinbek: rororo, 1987, S. 47f
(erschienen 2008) |
| Autorin: |
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Antje Kirchhoff
Diplom Pädagogin
Beraterin, Supervisorin, Coach,
Personal-, Organisationsentwicklerin
Leiterin des Hamburger Institutes für pädagogische
Beratung und Supervision e.V.
Lehrberaterin (Hipbs, cwd) |
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