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Am 12.12.1905 geboren, wendet sich der aus
einer frommen chassidischen Rabbinerfamilie stammende Manès Sperber
angesichts der beobachteten Kriegswirren (1914/18) vom Judentum des
ostgalizischen Örtchens Zablatow zum revolutionären Kommunismus der
Metropole Wiens. Er lernt dort 1924 Adler bei einem Vortrag kennen und
gilt bald als dessen bevorzugter Schüler. Neben Otto und Alice Rühle und
Erwin Wexberg gehört er zum marxistischen Flügel der IP. Trotzdem wird
Sperber als Hoffnungsträger 1927 nach Berlin entsandt, um die drohende
Spaltung der dortigen IP-Vereinigung unter Fritz Künkel abzuwenden. Im
gleichen Jahr tritt er der Kommunistischen Partei bei und leitet
zeitgleich - mit Unterbrechung: 1931 gründet Sperber die IP
Gesellschaft in Jugoslawien - die Individualpsychologische Vereinigung
in Berlin bis zu seinem Ausschluß aus der Individualpsychologie im Jahr
1932. Sperber wurde ausgeschlossen wegen theoretischen Dissens und des
Versuches Individualpsychologie und Marxismus zu vereinen. Seiner
Inhaftierung 1933 in Berlin entkommt er dank eines einflußreichen Sohnes
einer dankbaren Klientin. Er flieht über verschiedene Stationen nach
Paris, wo er am 5. Feb. 1984 im Alter von 78 Jahren stirbt.
Das Werk des als Schriftsteller,
Sozialpsychologen und Philosophen bekannten Sperber wird u.a. 1975 mit
dem Georg-Büchner-Preis, 1979 mit der Buber-Rosenzweig Medaille und 1983
dem Friedenspreis des dt. Buchhandels ausgezeichnet. Zu seinen
wichtigsten Werken gehören „Zur Analyse der Tyrannis“ (1939, 1975), „Wie
eine Träne im Ozean“ (1961) und seine Autobiografie „All das Vergangene“
(1983). Weniger bekannt sind Werke wie „Das Unglück begabt zu sein“
(1938, dt. 1975) , „Alfred Adler, der Mensch und seine Lehre“ (1926),
„Alfred Adler oder das Elend der Psychologie“ (1970), „Individuum und
Gemeinschaft“ (1978)
(erschienen 2008) |
| Autor: |
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Thomas Vierus
Dipl. Theologe
Leitender des Personalstabes
einer Non-Profit-Organisation
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